
Selbstfahrertour Oman
Der Oman ist ein Land, das sich besonders gut mit dem Mietwagen entdecken lässt. Die Straßen sind meist sehr gut ausgebaut, die Landschaften wechseln eindrucksvoll zwischen Küste, Gebirge, Oasen und Wüste – und unterwegs bleibt immer wieder Raum für kleine Stopps, weite Blicke und unerwartete Begegnungen. Unsere Reise führte von Muscat über das Hajar-Gebirge und Nizwa bis in die Wahiba Sands und zurück an die Küste. Geflogen wurde mit Oman Air, deren guter Service bereits angenehm auf die Reise einstimmte.
Muscat zwischen Meer und Moschee
Nach der Ankunft in Muscat begann der Aufenthalt entspannt am Meer. Das Shangri-La Al Husn, inzwischen Hilton, bot mit seiner erhöhten Lage, dem eigenen Strandabschnitt und der Möglichkeit, die Einrichtungen der benachbarten Resorts mitzunutzen, einen sehr schönen Rahmen für die ersten Tage. Besonders in Erinnerung blieb ein seltener Moment am Strand: Frisch geschlüpfte Schildkröten wurden freigelegt und machten sich auf den Weg ins Meer.
Beim Mittagessen im The Chedi Muscat zeigte sich anschließend eine ganz andere Seite der Hotellerie in Muscat. Das Haus wirkt reduziert, elegant und sehr klar gestaltet – ein Hotel für Gäste, die zeitloses Design und eine ruhige Atmosphäre schätzen. Am Abend öffnete sich Muscat von seiner maritimen Seite: Eine Sunset Dhow Cruise ab der Marina Bandar Rowdha führte hinaus auf das Arabische Meer, vorbei an schroffen Küstenlinien und in ein warmes Abendlicht, das wunderbar zur Stadt passt. Den Tag ließen wir bei einem Abendessen im lokalen Restaurant Rozna ausklingen.
Muscat selbst zeigt sich angenehm unaufgeregt und zugleich reich an Eindrücken. Die Große Sultan-Qabus-Moschee gehört zu den eindrucksvollsten Bauwerken des Landes. Besonders der riesige Perserteppich und der schwere Kronleuchter mit Swarovski-Kristallen machen deutlich, mit welcher Sorgfalt dieser Ort gestaltet wurde. Danach führten weitere Stopps zum Fischmarkt, in den Muttrah Souq und zum Sultanspalast, der von außen besichtigt wurde. Das Al Bustan Palace vermittelte bei Mittagessen und Besichtigung noch einmal eine andere Facette der Hotellerie in Muscat: großzügig, traditionsreich und mit klassischer Eleganz.
Mit dem Geländewagen ins Gebirge

Nach den ersten Tagen in Muscat begann der eigentliche Selbstfahrer-Teil der Reise. Mit den 4×4-Mietwagen ging es über Nakhal hinein in das Hajar-Gebirge. Besonders eindrucksvoll war die Fahrt durch das Wadi Bani Awf bis nach Bilad Sayt. Die Strecke ist stellenweise spektakulär und führt durch eine raue Berglandschaft, enge Passagen und kleine Dörfer, die sich harmonisch in die Felsen einfügen.
Nach dem Mittagessen in Bilad Sayt führte die Route weiter bis Al Hamra. Große Teile der Strecke waren offroad, was mit den Jeeps ein echtes Erlebnis war – nicht nur für geübte Fahrer. Die Nacht verbrachten wir im The View Oman, einem Hotel mit weiter Aussicht über die Berglandschaft. Die Lage macht den besonderen Reiz des Hauses aus: ruhig, erhöht und ideal, um nach einem intensiven Fahrtag anzukommen.
Dörfer, Festungen und der Blick in den Canyon
Am nächsten Tag zeigte sich der Oman von seiner kulturhistorischen und landschaftlich besonders eindrucksvollen Seite. Das Bergdorf Misfat Al Abriyeen gehört zu jenen Orten, an denen man noch gut nachvollziehen kann, wie sich traditionelles Leben an die Bedingungen des Gebirges angepasst hat. Alte Lehmhäuser, schmale Wege und grüne Terrassen bilden einen starken Kontrast zur kargen Bergwelt.
Weiter ging es zum Jebel Shams Canyon, oft als „Grand Canyon des Oman“ bezeichnet. Die Tiefe und Weite dieser Landschaft sind beeindruckend, besonders wenn das Licht über die Felskanten wandert. Unterwegs standen außerdem das Sama Heights, das Bahla Fort und Jabrin Castle auf dem Programm, bevor Nizwa erreicht wurde. Mit dem Bustan Inn Nizwa wartete dort eine authentische, einfache und sehr passende Unterkunft mitten in der Stadt. Am Abend bot sich der Souq von Nizwa für einen Rundgang an und wer noch Energie hatte, konnte zudem entlang der Stadtmauer spazieren.
Vor der Weiterfahrt besuchten wir die Festung von Nizwa, eines der bekanntesten historischen Bauwerke des Landes. Der große Rundturm, die Innenhöfe und der Blick über die Stadt geben einen guten Eindruck von der einstigen Bedeutung Nizwas als religiöses und politisches Zentrum.
Hoch oben auf dem Jebel Akhdar
Vom Tal führte die Reise hinauf auf den Jebel Akhdar. Schon die Fahrt auf das Hochplateau zeigt, wie anders diese Region im Vergleich zur Küste und zur Wüste wirkt. Die Temperaturen sind angenehmer, die Landschaft ist von tiefen Schluchten, Terrassenfeldern und kleinen Bergdörfern geprägt. Das Anantara Al Jabal Al Akhdar Resort liegt spektakulär am Canyonrand und bietet einen beeindruckenden Blick in die Tiefe. Die Unterkunft verbindet Komfort mit einer außergewöhnlichen Lage. Von hier aus lassen sich auch Dörfer wie Wadi Bani Habib, Saiq oder Al Ayn besuchen, die einen schönen Einblick in die Bergregion geben.
Ebenfalls sehr beeindruckend war die Besichtigung des Alila Jabal Akhdar. Das Haus ist im Stil eines omanischen Forts gestaltet und fügt sich mit seiner klaren Architektur sehr stimmig in die Umgebung ein. Schlichter Luxus, Naturmaterialien und die Lage auf einem Vorsprung über dem Canyon machen das Resort zu einem besonderen Rückzugsort. Hier ein paar Tage zu verbringen, wäre sicher eine wunderbare Ergänzung für Gäste, die Ruhe, Weite und hochwertige Hotellerie suchen.
Wasser, Sand und ein Abend in der Wüste
Nach den Bergen führte die Route wieder hinunter, über den Markt von Sinaw weiter zum Wadi Bani Khalid. Das Wadi gehört zu den schönsten Naturplätzen des Landes: klares Wasser, helle Felsen und Palmen schaffen eine fast oasenhafte Atmosphäre. Für eine längere Pause ist der Ort ideal, besonders weil man hier wunderbar baden kann und auch ein Restaurant vorhanden ist.
Anschließend begann der Wüstenabschnitt der Reise. In den Wahiba Sands durften wir mit den Guides das Fahren in den Dünen ausprobieren – ein echtes Erlebnis, bei dem die Jeeps auch einmal aus dem Sand befreit werden mussten. Gerade diese Mischung aus Abenteuer, Landschaft und gemeinsamer Erfahrung macht den Reiz einer Selbstfahrerreise aus.
Das Silent Dunes Camp empfing uns mit einzelnen Bungalows und einem gemeinschaftlichen Bereich. Ali und sein Team sorgten für einen herzlichen Empfang und einen unvergesslichen Abend in der Wüste. Wenn die Sonne untergeht und die Dünen langsam ihre Farbe wechseln, entsteht jene besondere Stille, die man im Oman immer wieder findet – nur hier noch etwas intensiver.
Zurück an die Küste
Am nächsten Morgen führte die Reise weiter nach Sur, wo eine traditionelle Dhau-Werft besichtigt wurde. Hier wird die maritime Geschichte des Oman greifbar, denn die Holzschiffe gehören seit Jahrhunderten zur Identität des Landes. Über das Ras Al Jinz Turtle Reserve und das Wadi Shab ging es weiter zum Fins Beach, einem wunderschönen, nahezu leeren Strand mit hellem Kies und türkisfarbenem Wasser. Die Rückfahrt nach Muscat brachte die Reise noch einmal zurück ans Meer. Den letzten Abend verbrachten wir im St. Regis Muscat, einem eleganten Abschluss nach Tagen voller Berge, Wadis, Wüste und Küstenlandschaften.
Selbst fahren, mehr erleben!
Der Oman eignet sich hervorragend für eine Selbstfahrerreise. Gerade mit dem Geländewagen lassen sich Landschaften erreichen, die weit über klassische Besichtigungen hinausgehen: Bergpässe, kleine Dörfer, Wadis, weite Hochplateaus und die Dünen der Wahiba Sands. Die Reise war abwechslungsreich, gut machbar und voller besonderer Momente – von der Schildkrötenbeobachtung am Strand bis zum Sonnenuntergang in der Wüste. Wer gern aktiv unterwegs ist und ein Land nicht nur sehen, sondern wirklich erfahren möchte, findet im Oman dafür ideale Voraussetzungen.

