Thomas Tischler Reisen Kambodscha

Tischler Jubiläums Info-Reise: Kambodscha

Schon am Flughafen war die Stimmung herzlich und entspannt – ein schöner Beginn für eine Reise, die uns viele unterschiedliche Facetten Kambodschas zeigen sollte. Mit Singapore Airlines ging es über Singapur nach Phnom Penh. Der neue Flughafen der Hauptstadt, großzügig und modern angelegt, war der erste Eindruck eines Landes, das zwischen bewegender Geschichte, lebendiger Gegenwart und großer Gastfreundschaft seinen ganz eigenen Rhythmus hat.

Phnom Penh in vielen Momenten

Phnom Penh empfing uns mit starken Eindrücken. Der Besuch im Tuol-Sleng-Genozid-Museum, dem ehemaligen Gefängnis S-21 der Roten Khmer, gehört zu den bewegendsten Programmpunkten einer Kambodscha-Reise. Es ist ein stiller, bedrückender Ort, der die jüngere Geschichte des Landes auf eindringliche Weise greifbar macht. Danach zeigte sich die Hauptstadt von ihrer lebendigen Seite. Auf dem Russischen Markt taucht man ein in Farben, Düfte und das geschäftige Treiben des Alltags. Ein Spaziergang entlang der Riverside brachte weitere Eindrücke vom Leben am Fluss, bevor eine Sunset Cruise die Stadt noch einmal aus einer anderen Perspektive zeigte. Am Abend rundete eine klassische Apsara-Tanzvorführung den Tag stimmungsvoll ab.

Auch kulinarisch gab Phnom Penh einen schönen Einblick in die Khmer-Küche. Für den Kochkurs wurden die Zutaten gemeinsam mit der Köchin auf dem Markt eingekauft, anschließend entstanden typische Gerichte mit feinen Aromen und frischen Kräutern. Ergänzt wurde der Aufenthalt durch den Königspalast, die Silberpagode und das Nationalmuseum – eine gelungene Mischung aus Kultur, Geschichte und Stadtleben. Ein angenehmer Rückzugsort in Phnom Penh war das La Rose Suites Hotel. Das charmante Haus liegt nur wenige Gehminuten von der Bassac Lane entfernt, einer kleinen Straße mit vielen Bars und Restaurants. Besonders positiv in Erinnerung bleiben die großzügigen Zimmer, der sehr freundliche Service, flexible Frühstückszeiten bis in den Abend, die inkludierte Minibar und die tägliche Massage. Auch das Abendessen im Hotel überzeugte.

Thomas Tischler Reisen Jubiläums Inforeise

Ein Ort, der mehr erzählt

Von Phnom Penh führte die Reise über die ehemalige Königsstadt Oudong weiter nach Kampong Chhnang. Dort erlebten wir eine buddhistische Segnungszeremonie – ein ruhiger, sehr besonderer Moment. Anschließend ging es zum Farmhouse Smiling Gecko, einem Sozialprojekt des Schweizer Fotografen Hannes Schmid, der durch seine Marlboro-Cowboy-Aufnahmen bekannt wurde.

Wir hatten das Glück, Hannes Schmid persönlich vor Ort zu treffen. Mit viel Offenheit und spürbarem Engagement erzählte er von der Entstehung des Projekts und seiner Arbeit in Kambodscha. Smiling Gecko ist weit mehr als eine Unterkunft: Zum Gelände gehören eine Schule, eigener Obst- und Gemüseanbau, eine Konzerthalle sowie musikalische Förderung für Kinder. Bei einer Naturtour und dem Besuch der Schule wurde deutlich, wie viel Herzblut und Struktur hinter diesem Ort stehen. Auch gastronomisch war dieser Aufenthalt ein Erlebnis. Die kambodschanische Küchenchefin Mariya Un Noun, die in Europa bei Sterneköchen gelernt hat, leitet hier das Restaurant und Fine Dining. Ihr Menü war kunstvoll, fein abgestimmt und einer der Höhepunkte der Reise.

Die neuen Suiten im Farmhouse Smiling Gecko sind großzügig gestaltet, mit schönem Bad und großer Terrasse. Wer es etwas ursprünglicher mag, findet in den Khmer-Bungalows eine stimmungsvolle Alternative. Das Ambiente ist ruhig, hochwertig und angenehm naturnah – ein sehr schöner Stopp auf dem Weg nach Battambang. Praktisch ergänzt wird das Angebot durch ein vollständig ausgestattetes, klimatisiertes Fitnessstudio.

Battambang in ruhigem Tempo

Battambang wirkt entspannter als Phnom Penh und Siem Reap und zeigt eine angenehm unaufgeregte Seite des Landes. Das Bambu Hotel ist ein kleines, einfaches, aber charmantes Rundreisehotel mit netter Bar. Es liegt nicht ganz ruhig, eignet sich aber gut für einen kurzen Aufenthalt. Einen sehr schönen Eindruck hinterließ das Maison Wat Kor, eines der besten Häuser in Battambang. Das Hotel liegt etwa 10 bis 15 Fahrminuten vom Zentrum entfernt und strahlt mit seiner ruhigen Lage und dem besonderen Ambiente viel Atmosphäre aus. Auch Angelina Jolie hat hier bereits übernachtet; inzwischen besitzt sie sogar ein eigenes Haus in der Region. Bei einer abwechslungsreichen Tuk-Tuk-Tour lernten wir lokale Manufakturen kennen und probierten traditionelle Spezialitäten. Der berühmte Bamboo Train sorgte unterwegs für einen heiteren Höhepunkt. Am Abend führte eine Foodie-Tour durch die charmante Altstadt. An den Ständen gab es viel zu entdecken, auch wenn nicht alles unbedingt probiert werden musste. Gerade diese Mischung aus Neugier, Alltag und kleinen Überraschungen machte den Abend besonders.

Siem Reap und die Nähe zu Angkor

In Siem Reap diente das Jaya House Riverside als stilvoller Ausgangspunkt. Das 5-Sterne-Designhotel überzeugt mit feiner Gestaltung, sehr gutem Frühstück und vielen inkludierten Leistungen wie Minibar, Wäscheservice und Tuk-Tuk-Fahrten. Besonders schön ist der konsequente Verzicht auf Plastik – ein Detail, das gut zum nachhaltigen Anspruch des Hauses passt. Ein Late Check-out ist häufig möglich, was gerade bei späten Abflügen sehr angenehm sein kann. Ebenfalls beeindruckend war die Besichtigung des Zannier Resort Phum Baitang. Das Villenresort liegt etwas außerhalb von Siem Reap, eingebettet in Reisfelder, und verbindet dezenten Luxus mit viel Ruhe und Privatsphäre. Ein spannender Programmpunkt war der Besuch im APOPO Center. Dort erfährt man, wie Minensuchratten ausgebildet werden und in Kambodscha dabei helfen, Leben zu retten. Am Abend folgte eine Vespa After Dark Foodie Tour durch Siem Reap. Jeder Gast hatte eine eigene Vespa mit Fahrer – eine lebendige, unterhaltsame Mischung aus Streetfood, moderner Khmer-Küche und Eindrücken aus der Stadt bei Nacht.

Ein kurzer Blick auf Angkor

Der Höhepunkt der Reise war der Besuch der Tempel von Angkor. Bayon mit seinen steinernen Gesichtern, Ta Prohm mit den von Wurzeln überwachsenen Mauern, das Südtor von Angkor Thom und natürlich Angkor Wat zählen zu den eindrucksvollsten Monumenten der Welt. Die Tempelanlagen sind nicht nur wegen ihrer Größe beeindruckend, sondern vor allem wegen der besonderen Stimmung, die zwischen Stein, Licht und jahrhundertealter Geschichte entsteht.

Auch wenn man Angkor von vielen Bildern kennt, lässt sich die Atmosphäre vor Ort kaum vorwegnehmen. Die Reliefs, die stillen Innenhöfe, die verwitterten Mauern und die Kraft der Natur, die sich an manchen Stellen ihren Raum zurückholt, machen den Besuch zu einem sehr intensiven Erlebnis. Besonders Ta Prohm zeigt eindrucksvoll, wie eng Architektur und Landschaft hier miteinander verwachsen sind. Angkor ist kein Ort, den man nur besichtigt,  man bewegt sich langsam hindurch, bleibt immer wieder stehen und nimmt die Details Stück für Stück auf.

Singapur als letzter Stadtmoment

Der längere Zwischenstopp in Singapur setzte am Ende der Reise noch einmal einen ganz anderen Akzent. Nach den intensiven Tagen in Kambodscha zeigte sich hier eine Stadt, die modern, vielschichtig und erstaunlich kontrastreich wirkt. Chinatown, Little India und Kampong Glam geben in kurzer Zeit einen Eindruck davon, wie viele Kulturen in Singapur auf engem Raum zusammenkommen. Zwischen Tempeln, kleinen Geschäften, farbigen Fassaden und lebendigen Straßen entsteht eine Atmosphäre, die deutlich mehr ist als nur ein kurzer Transitaufenthalt.

Kambodscha zwischen Tiefe und Leichtigkeit

Kambodscha bleibt als Reise voller Kontraste in Erinnerung: bewegend in Phnom Penh, inspirierend im Farmhouse Smiling Gecko, nahbar in Battambang und überwältigend rund um Angkor. Es sind die großen Kulturschätze, aber auch die Begegnungen, die Küche und die stillen Momente dazwischen, die diese Reise so besonders machen. Eine Erfahrung, die berührt  und lange nachklingt.

Thomas Tischler

Reisebericht geschrieben am
12. Oktober 2023 von
Thomas Tischler